Die Inhalte im Überblick

Einführung und Grundlagen



Grundsätzliches
  • die Erde ist uns wohlgesonnen
  • wir leben in einer übergroßen Fülle
  • die treibende Kraft der Evolution ist nicht Kampf und Konkurrenz, sondern Kooperation und Kommunikation
  • es gibt Völker auf dieser Erde, in deren Sprache gibt es kein Wort für Feind!
  • Beobachten ist die wichtigste Arbeit im Garten (ein Tagebuch kann hilfreich sein)
  • Dankbarkeit ist der beste Dünger
  • in der Natur vollzieht sich alles in Kreisläufen
  • Ziel der Evolution ist die Erhaltung des Lebens in all seiner Vielfalt
  • unsere Aufgabe ist es, die Erde dabei zu unterstützen


Organisches Denken

  • unser Garten ist ein Teil des Gesamtsystems Erde
  • alles ist mit allem verbunden
  • betrachte lebendige Systeme als Organismus
  • beachte die Kreisläufe
  • denke in Zusammenhängen
  • hinterfrage alles: scheinbare Lösungen, eigene Gewohnheiten - ALLES
  • denke alles bis zu Ende: was hat es für Konsequenzen, wenn ich das tue?
  • alles Leben strebt nach Bewussheit
  • Bewussheit ist der Schlüssel für eine zukunftsfähige Lebensweise
  • die Ethikprinzipien der Permakultur sind eine gute Richtlinie
  • die Gestaltungsprinzipien der Permakultur sind ein universelles Hilfsmitteln

 

 


Entscheide Dich!

  • was will ich?
  • warum will ich das? (es gibt zwei Arten der Motivation: Angst oder Liebe)
  • welche Möglichkeiten habe ich? welche Mittel stehen mir zur Verfügung?
  • passt meine Idee an diesen Ort?
  • wie ernähre ich mich? was will ich anbauen?
  • nimm Dir am Anfang nicht zu viel vor! kleine Erfolge sind wertvoller als große Misserfolge!


die Planung
  • erstelle einen Anbauplan
  • teile den Garten in gleich große Beete ein, das erleichtert vieles
  • ein Anbauplan und eine Fruchtfolge sind kein starres Schema, sondern ein kreativer Prozess!


die Fruchtfolge
  • Ideal: Dreifelderwirtschaft anwenden (ist auch im Garten möglich). ein Drittel Brache mit Klee/Gras-Begrünung für den Bodenaufbau, zwei Drittel Kulturen für die Ernährung
  • in Kreisläufen denken - Kreisläufe unterstützen
  • Kulturen werden nach Nährstoffbedarf sortiert
  • Anbaupausen zwischen den gleichen Pflanzenfamilien einlegen (ideal 3 - 7  Jahre)


der Boden
  • ist ein lebendiger Organismus und will auch so behandelt werden
  • Bodenbearbeitung nur so viel wie nötig
  • flach wenden - tief lockern (wenn nötig)
  • verschiedene Methoden der Bodenbearbeitung: umgraben, grubbern, hacken (tief und flauch), pflügen, mulchen --> alle haben ihre Berechtigung
  • Boden nicht kalt oder nass bearbeiten
  • immer grün halten (Zwischenfrüchte)
  • düngen heißt: den Boden beleben
  • viel hilft nicht viel
  • Kompost und Erde unbekannter Herkunft meiden
  • alles unterlassen, was das Bodenleben schädigen kann (Künstdünger, chemische Kampfstoffen, ...)
  • im Boden finden ständig auf- und abbauende Prozesse statt, Aufbau möglichst größer als Abbau
  • lerne das Gesamtsystem Boden-Pflanze-Mikroorganismus zu verstehen
  • Bodenleben ist Ausdruck der Weisheit der Schöpfung
  • Gründüngung fördert Umsetzung im Boden, Braundünung den Humusaufbau
  • Kompost schließt den Kreislauf der organischen Substanz
  • Mulchen ist die natürlichste Art der Düngung
  • Mulchen allein schützt nicht vor Nährstoffauswaschungen

die Düngung
  • düngen heißt: den Boden beleben
  • für die Ernährung der Pflanzen spielt das Bodenleben eine entscheidende Rolle
  • die Hauptnährstoffe Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff beziehen die Pflanzen aus der Luft und aus dem Wasser
  • Stickstoff wird meist in ausreichender Menge über den Kompost, die Mulchdecke und den Anbau von Leguminosen zugeführt
  • Kulturen wir Kopfkohl, Spinat oder Mais haben einen höheren Stickstoffbedarf; eine höhere Kompostgabe und/oder eine Mulchdecke während der gesamten Kulturzeit kann diesen Bedarf decken
  • die anderen Hauptnährstoffe Phosphor, Kalium, Calcium und Magensium lassen sich über Gesteinsmehl und Kalk ersetzen
  • eine Bodenuntersuchung alle drei bis vier Jahre macht Ungleichgewichte sichtbar
  • Phosphor, Kalium, Magnesium, pHWert und C org (organischer Kohlenstoff) untersuchen lassen, beim ersten Mal auch die Bodenart
  • Unterboden druch tief wurzelnde Gründüngung oder Gemüsekulturen erschließen (Zichorie, Löwenzahn, Ölrettich, Lupine, Ackerbohne, Soja, Esparsette, Luzerne) und auch durch Bäume
  • zwei- bis vierjähriges Klee/Grasgemisch mit Esparsette und Luzerne und Wildkräuter bringt Stickstoff und organsische Substanz in den Boden
  • Nähstoffe aus tiefenen Bodenschichten werden an die Oberfläche gebracht
  • die Rückführung an organischer Substanz ist die wichtigste Größe beim Düngen


der Kompost
  • der Kompost ist ein Lebewesen wie der Boden und soll sich nicht über 40°C erwärmen
  • verhindere anaerobe Prozesse (Prozesse unter Ausschluss von Sauerstoff)
  • holzige Anteile fördern die Bildung von Dauerhumus
  • Zugabe von Gartenerde, altem Kompost und Gesteinsmehl verbessert den Prozess
  • die verschiedenen Ausgangsstoffe sollen gut vermischt und ausreichend feucht, aber nicht nass sein


das Mulchen
  • Mulch und Kompost schließen den oberirdischen Stoffkreislauf
  • Mulch hält die Bodenfeuchte und ernährt das Bodenleben
  • Mulchen ist die natürlichste Form der Düngung





die Praxis


die Pflanzengesundheit
  • keine anaeroben Prozesse
  • keinen Torf und keine Erden unbekannter Herkunft verwenden
  • das Prinzip des geschlossenen Hofkreislaufs beachten
  • Kompost nicht wärmer als 40°C werden lassen
  • Pflanzabstände beachten
  • Ansprüche der Arten/Sorten beachten
  • ausreichend großer Fruchtfolgeabstand
  • gesunder Boden - gesunde Pflanzen

die Schnecken
  • viele unserer Schnecken ernähren sich von absterbender organischer Substanz und spielen eine ähnliche Rolle im Gesamtorganismus wie die Regenwürmer
  • um zu verhindern, dass die Schnecken unsere Kulturpflanzen als absterbende organische Substanz ansehen, gilt alles bereits Gesagte: keine anaeroben Prozesse, kein Torf, keine Überdüngung (zu viel Stickstoff lockt die Schnecken an), hohe Kompostqualität
  • Schnecken füttern: Schnecken lieben verrottende Grünmasse wie Mulch und Rasenschnitt - liegen lassen

die Bäume
  • spielen eine wichtige Rolle im Gesamtsystem Kulturlandschaft
  • können uns ernähren
  • ernähren den Boden
  • schließen tiefere Bodenschichten auf
  • versorgen benachbarte Flächen mit organischer Substanz (Laubfall, Blattläuse)
  • können wichtige Nährstoffe anreichern (z.B. Eichen bringen Kalk auf kalkarme Böden)
  • in Brandrodungskulturen wichtigstes Fruchfolgeglied

die Aussaat
  • vor Direktsaat Fläche striegeln
  • nicht zu früh und nicht zu spät sähen
  • Ansprüche verschiedener Kulturen beachten (z.B. Licht/Dunkelkeimer)
  • Kulturhinweise der Saatgutkataloge von Bingenheim und Dreschflegel sind hilfreich

die Pflanzung
  • vor der Pflanzung Fläche striegeln
  • vor dem Pflanzen gießen (ins Pflanzloch)
  • Beeteinteilung und Reihen vorher festlegen (gilt auch für Direktsaaten)

die Bewässerung
  • nur so viel wie nötig
  • durch Hacken und Mulchen Bodenfeuchtigkeit so lange wie möglich erhalten
  • feine Beregnung (mit kleinen Tropfen) gegen Verschlämmung
  • wenn die Oberfläche abgetrocknet ist, wieder hacken (auch nach Regen)
  • langsam und ausreichend lange beregnen (20l/m2 ist optimal)
  • Tropfbewässerung ist ganz besonders edel - wassersparend und bodenschonend
  • die teuerste Technik ist gerade gut genug

das Hacken
  • reguliert den Wildwuchs (hacken, bevor das Unkraut zu sehen ist)
  • konserviert die Bodenfeuchte
  • regt die Umsetzung im Boden und damit die Nährstoffversorgung der Pflanzen an

das Gewächshaus
  • Besonderheiten: Fruchtfolge schlecht umsetzbar, zusätzlicher Dünger erforderlich (z.B. Lupinenschrot)
  • höhere Kompostgabe nciht hilfreich für Stickstoffversorgung
  • nicht alle Arten/Sorten vertragen Gewächshausklima
  • gute Nutzbarkeit für:
    • Jungpflanzenanzucht
    • Frühgemüse: Salat, Radieschen, Rucola, Asiasalat, Möhren
    • testen: Erdbeeren, Frühkartoffeln
    • Sommergemüse: Tomaten, Gurken, Paprika, Stangenbohnen, Basilikum, Petersilie, Rucola (wilde), Auberginen
    • testen: Erdnüsse
    • Spätgemüse: Endivien, Feldsalet, Möhren, Zwiebellauch, Asiasalat, Spinat
    • Überwinterung: Postelein, Winterkressen, Spinat, Winterheckenzwiebeln
    • testen; Wintererbsen

die Ernte und die Lagerung
  • Wurzeln nicht länger als nötig im Boden lassen
  • lerne, den optimalen Erntezeitpunkt Deiner Kulturen einzuschätzen
  • die meisten Lagergemüse wollen kalt gelagert werden, aber frostfrei
  • kühle Keller sind ideal
  • Kürbis will es warm (mindestens 15°C)
  • Wurzelfrüchte und Obst nicht zusammen lagern
  • vor Mäusen schützen
  • lerne die optimalen Lagerbedingungen Deiner Kulturen kennen
  • bei schlechten Lagermöglichkeiten lieber auf die Lagerund verzichten
Ausblick
  • liebe Deinen Garten mit allen Mitbewohnern und allem Wildwuchs!
  • Dein garten ist Dein Freund
  • es geht nicht darum, völlig autark zu leben wie im Mittelalter oder wie die Indianer vor vierhundert Jahren
  • es geht darum, unser Leben so in die Lebenssysteme der Erde zu integrieren, dass diese nicht zerstört, sondern bewahrt, gefördert und unterstützt werden
  • die Selbstversorgung aus dem Garten kann ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sein
  • zu wissen, wie Du einen Garten bewirtschaftest und Nahrungsmittel herstellst, kann uns wieder verbinden mit dem Gefühl, selbst für unsere existenziellen Bedürfnisse sorgen zu können und uns geborgen zu fühlen auf dieser Erde
  • wenn wir unser denkendes Herz berühren lassen von all der Schönheit und Fülle um uns herum und wenn wir nicht aus Angst oder schlechtem Gewissen handeln, sonder aus tiefer Liebe, dann werden wir offene Weite leben, jenseits von Müssen oder Wollen