Permakulturgarten Jänschwalde


Permakulturgarten „Dubowótso“

("Eichenhügel")

An dem Ort, an dem sich unser Garten befindet, soll es bis in die dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts einen kleinen Hügel gegeben haben, der mit Eichen bewachsen war. Die Eichen wurden gefällt und der Hügel abgetragen. Fehlt uns das? Oder ist es nur eine romantische Erinnerung an alte Zeiten, die alles andere waren als gut? Ganze Landschaften und Orte sind verschwunden, geopfert für den Energiehunger unserer Industriegesellschaft. Wieviel können wir noch entbehren? Die Vergangenheit verschwindet im Nebel der Erinnerung und verblasst mehr und mehr. Der Verlust an Landschaften, an Wasservorkommen, an Tier- und Pflanzenarten indes ist aktueller denn je. Nicht nur hier zulande, sondern weltweit. Die Art und Weise wie wir Dinge herstellen, egal ob Energie, Nahrung oder Kleidung, „verbraucht“ Pflanzen, Tiere, Landschaften. Wir sind satt, haben ein Dach über dem Kopf und genug Wärme im Winter, und das ist gut so. Gibt es einen Weg, das zu behalten ohne die Lebenssysteme unseres Planeten zu zerstören?


Permakultur
Mitte der siebziger Jahre hatten die beiden Australier Bill Mollison und David Holmgreen den Impuls, eine ganz neue Art von Landwirtschaft zu entwickeln. Die Grundidee war, die Herstellung von Nahrungsmitteln in die natürlichen Ökosysteme so zu integrieren, dass diese nicht zerstört, sondern gefördert werden. Das war in vielen traditionellen Landbausystemen der Fall: unsere Kulturlandschaft mit ihrer ehemals sehr hohen Artenvielfalt ist durch die Bewirtschaftung entstanden. Im Jahre 1978 erschien das erste Buch von Mollison und Holmgreen „Permakultur“. Seitdem hat sich eine weltweite Bewegung entwickelt, die diese Ideen vorangetrieben hat. Der Begriff bedeutet ursprünglich einfach nur permanente, also ständige, Landwirtschaft und besagt nicht allzu viel. Im Laufe der Jahrzehnte hat er sich zu einem Synonym für zukunftsfähige Lebensweisen in allen Bereichen entwickelt, und tatsächlich lässt sich der Kulturbegriff nicht nur auf die Landwirtschaft beschränken. Alles was zu unserer Daseinsvorsorge beiträgt, die Produktion von Waren und Dienstleistungen aller Art bis hin zu der Art und Weise wie wir zusammenleben und miteinander kommunizieren, gehört zu unserer Kultur und lässt sich aus dem Blickwinkel der Permakultur bewerten und entwickeln. Permakultur ist zuallererst eine Lebenseinstellung und eine Art und Weise auf die Welt zu schauen, die alle Aspekte des Lebens einschließt und die Erde als einen Organismus betrachtet in dem alles mit allem verbunden ist. Permakultur ist ein Prozess, eine Idee, ein Werkzeug. Einen Maßstab dafür, was Permakultur ist und was nicht, hat Bill Mollison selbst aufgestellt, seine drei Ethikprinzipien: achtsam mit der Erde, achtsam mit den Menschen und Selbstbegrenzung und Überschüsse teilen. Daran lässt sich alles messen was wir tun. Alle weiteren Versuche Permakultur einzugrenzen und zu definieren sind überflüssig. „Wir wollen es noch einmal wiederholen: wir sehen in der Permakultur ein Werkzeug, eine Idee. Wie beides angewendet wird, entscheidet jeder von uns …. Es gibt unendlich viele Wege, Möglichkeiten, Wurzeln und Früchte.“ (Bill Mollison und David Holmgren, „Permakultur“)


Der Garten
In unserem Permakulturgarten in Jänschwalde wollen wir uns mit zukunftsfähiger Landwirtschaft und Ernährung beschäftigen. Wie kann eine Landwirtschaft aussehen, die den Boden, das Klima, die Artenvielfalt und das Wasser schützt, die uns alle mit ausreichend gesunder Nahrung versorgt und genug Ressourcen übrig lässt für die, die nach uns kommen? Und wie sieht eine Ernährung aus, die eine solche Landwirtschaft unterstützt? Die Lösungen sind einfach: regional und jahreszeitlich angepasste Ernährung, weniger tierische Produkte, weniger Abfall, weniger Energieverbrauch, humusaufbauende Landwirtschaft – wir müssen uns nur entscheiden das zu wollen, dann finden sich auch Wege. Es gibt immer mehr Lösungen als Probleme.
In unserem Garten wollen wir hauptsächlich Gemüse für den Eigenbedarf anbauen und dabei die oben genannte Art der Landwirtschaft erproben und auch nach außen kommunizieren. Wir haben begonnen eine artenreiche Hecke zu pflanzen und auch ein Kraterbeet soll einen Platz bekommen und vieles, vieles mehr. Dafür suchen wir noch Mitmacher*innen. Wir, das sind bis jetzt Steffi, Camillo und Gerd.

Wenn ihr Interesse habt an unserem Projekt, dann schreibt an gerd.carlsson@posteo.de